Bundespräsident Joachim Gauck

Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Prof. Dr. Andreas Voßkuhle

Präsident der Bundesbank, Dr. Jens Weidmann

Oberbürgermeister der Stadt Freiburg, Dr. Dieter Salomon

Stiftungsvorstand, Prof. Dr. Lüder Gerken

Mitglied des Kuratoriums, Dr. Alexander Erdland

Ehrenpreisträger Bundespräsident a.D. Roman Herzog mit Amtskollegen Joachim Gauck und Prof. Horst Köhler

Publizistikpreisträger Prof. Dr. Udo Di Fabio mit Bundespräsident Horst Köhler und Prof. Andreas Voßkuhle

Verleihung des Internationalen Preises an Dr. Jens Weidmann (Mitte). Laudatoren: Prof. Otmar Issing (li.) und Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler (re.)

 

 

 

 

 

Friedrich A. von Hayek
Friedrich A. von Hayek

 

 

Preisverleihung 2015

Die Preisträger und Laudatoren 2015 (von links): Otmar Issing, Horst Köhler, Jens Weidmann, Udo Di Fabio, Andreas Voßkuhle, Joachim Gauck, Alexander Erdland, Roman Herzog, Lüder Gerken

 

Preise der Hayek-Stiftung 2015 an Jens Weidmann und Udo Di Fabio – Ehrenpreis an Roman Herzog

Die Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung vergab am 22. November 2015 ihren Internationalen Preis und ihren Publizistik-Preis 2015 sowie außerdem einen Ehrenpreis. Die Preisträger wurden vom Kuratorium der Stiftung ausgewählt.


Den Ehrenpreis der Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung erhielt Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Roman Herzog für sein lebenslanges Eintreten für die Freiheit und für die Herrschaft des Rechts – in seinen wissenschaftlichen und sonstigen Veröffentlichungen, als Richter des Bundesverfassungsgerichts, als Bundespräsident und nicht zuletzt auch in seinem Wirken für die Hayek-Stiftung.

 

Die Laudatio hielt Bundespräsident Joachim Gauck. Ein Auszug aus seiner Rede:

 

"Die Idee der Freiheit, oft entfaltet sie neue Kraft gerade unter schwierigen Bedingungen. Diese optimistische Grundüberzeugung Friedrich August von Hayeks, dieses Vertrauen in die Kraft der Freiheit brauchen wir gerade heute: Unsere Freiheitsgeschichte fortzuschreiben – die Freiheitsgeschichte Deutschlands, Europas und der auf Demokratie und Rechtsstaat beruhenden Staatengemeinschaft – das stellt uns im Angesicht der mannigfaltigen und massiven Freiheitsbedrohungen vor große Aufgaben. Denn statt des weltweiten Siegeszuges der offenen Gesellschaft, den wir vor einem Vierteljahrhundert erhofften, sind Brandherde der Unfreiheit und Unterdrückung entstanden oder wiederaufgeflammt. Die Folgen bekommen wir auch hier in Europa schrecklich zu spüren. Terroristen greifen unsere freiheitliche Gesellschaftsordnung an. Sie bekämpfen unser westliches Versprechen der Entfaltungsfreiheit, jenes Versprechen, das zugleich Hunderttausende bei uns in Europa Zuflucht vor Terror, Krieg, Gewalt, Recht- und Perspektivlosigkeit suchen lässt.

Freiheit kann sich nur in einer rechtsstaatlichen Ordnung des Friedens und der Sicherheit entfalten. Diese Lebensweise zu bewahren und wo nötig, anzupassen, erfordert einen Lern- und Verständigungsprozess, dem wir uns alle – Neuankömmlinge und Einheimische – stellen müssen. Es geht um nicht weniger als eine Selbstvergewisserung über unsere Freiheitsordnung, ihre Werte und Prinzipien und ihre Beziehung zu Frieden und Sicherheit. Diese große und langwierige Aufgabe, vor der wir jetzt stehen, ist umso bedeutsamer, weil es dabei auch um eine europäische Wertedebatte geht, eine Debatte, die praktisch alle europäischen Themen durchdringt, sogar die europäische Wirtschafts- und Finanzpolitik. Wir sind deshalb gerade in diesen Zeiten auf Verfechter und Förderer freiheitlicher Grundsätze angewiesen – auf Männer und Frauen wie die Preisträger der Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung, Persönlichkeiten, die die Freiheit "als Grundprinzip verteidigen", so hat es Hayek in schlichter Eindringlichkeit formuliert."

 

Die vollständige Rede finden Sie hier.

 

Der Internationale Preis der Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung wurde an Dr. Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank, verliehen. Weidmann wurde ausgezeichnet für sein entschlossenes Eintreten für die konsequente Umsetzung theoretischer Erkenntnisse in eine marktwirtschaftliche Politik, seinen unermüdlichen Einsatz für eine stabilitätsorientierte Geldpolitik der Notenbanken sowie sein überzeugendes argumentatives Werben gegen übermäßige Staatsverschuldung und für finanzpolitische Solidität und ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum.

Die Laudatio hielt der ehemalige Chefvolkswirt der EZB, Prof. Dr. Otmar Issing.

 

Der Publizistik-Preis der Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung wurde Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio, Verfassungsrichter a.D., verliehen. Di Fabio wurde ausgezeichnet für seine grundsätzliche, über ökonomische und rechtliche Fragen weit hinausreichende Auseinandersetzung mit der Kultur der individuellen Freiheit sowie sein unermüdliches öffentliches Eintreten und Werben für die Freiheit unter Hinweis auf deren unverzichtbare Bedeutung für unsere Gesellschaft.

Die Laudatio hielt der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Prof. Dr. Andreas Voßkuhle.

 

Die Preise wurden von Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Horst Köhler im Namen der Stiftung in Freiburg überreicht.

 

 

 

Die Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung


Im Mai 1999 wurde die Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung aus Anlaß des einhundertsten Geburtstages Friedrich August von Hayeks ins Leben gerufen. Sie hat ihren Geschäftssitz in Freiburg im Breisgau. Stifter ist die Wüstenrot & Württembergische AG.

Die Stiftung fördert die Festigung und Förderung der Grundlagen einer freiheitlichen Wirtschafts-und Gesellschaftsordnung auf nationaler wie auf internationaler Ebene im Sinne Friedrich August von Hayeks. Zu diesem Zweck vergibt sie alle zwei Jahre den Internationalen Preis der Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung sowie den Publizistikpreis der Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung.

Die Preise werden Persönlichkeiten verliehen, die sich durch beispielhafte und außergewöhnliche Leistungen bei der Errichtung, Stärkung oder sonstigen Förderung einer freiheitlichen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung in Deutschland, in Europa oder in anderen Teilen der Welt ausgezeichnet haben.